Samstag, 15. März 2008

Wolfsbergumrundung und "in der Röll"

Wie schon letztes Wochenende zog es mich heute ins schöne und nahegelegene Almtal.
Dieses Mal war ich aber wieder solo unterwegs.
Auf der Karte entdeckte ich einen Berg, der namensbedingt meine Neugier weckte.
den
Wolfsberg (1099m)

Er ist mit seinen 1099m nicht sehr hoch, dafür dicht bewaldet.
Seine Flanken sind relativ steil, wirken teilweise gar schroff.
Unscheinbar und irgendwie unnahbar fristet er sein Dasein den mächtigen 2000-ern und dem Almsee vorgelagert. Kein Wanderweg führt auf seinem Gipfel.
Dennoch entschied ich mich kurzfristig ihn zumindest zu umwandern.

Jeder Berg, scheint er auch noch so unattraktiv, hat etwas besonderes.
Ich liebe die Einsamkeit und zumindest die hat er sicherlich zu eigen.
Bis auf einen Forstarbeiter kurz vor Ende meiner Wanderung, begegnete ich keiner einzigen Menschenseele.
Auf welchen Wanderwegen hat man diese Annehmlichkeit noch?
Wer die Einsamkeit liebt, der wird hier also sicherlich belohnt.
Allerdings verbringt man die knappen 10 Kilometer zu 80% auf Forstwegen.
Erst um 11:30 Uhr startete ich meine Wanderung beim Gasthaus Jagersimmerl, wo ausreichend Parkplätze vorhanden sind.
Ich wunderte mich über den gänzlich leeren Parkplatz.
Mein Auto stand ganz alleine da.
Es lag wohl am Wetter, das vormittags noch keinen Sonnenschein vermuten ließ.
Allerdings herrschten dann gegen Mittag ideale Wanderbedingungen.
Nur noch leichte Bewölkung und um die 14°C.

Auf dem Weitwanderweg 04 begab ich mich gegen den Uhrzeigersinn zunächst in südliche Richtung.
Emma hinterließ hier, wie fast im ganzen Almtal ihre Spuren.
Ein paar "Windwurfbäume" mußten umwandert werden.
Nach knapp 2 km wurde mir dann klar, warum ich bisher keiner Person begegnete.
Der Weg war eigentlich gesperrt.
Dann querte ich die Alm über einen Steg und erblickte 'gen Süden die mächtigen 2000er (11er &12er Kogel).
Weiters querte ich auch die Straße, den Weisseneggbach und bog links in den Weißenegg-Forstweg ein, der Richtung Offensee führt.
Vorbei am Gehöft Schwarzenbrunn, dahinter links das Spitzplaneck und rechts der Kasberg mit ihren schneebedeckten Gipfeln.
Dann erblickte ich erstmals den langgezogenen Wolfsberg.
Auf einsamen Forstwegen stieg ich gemütlich höher. Viel Zeit seine Gedanken kreisen zu lassen. Der markante Fäustling(1919m) blickte immer wieder durch die Baumwipfeln herüber.
Ansonsten gab der Weg kaum einmal einen Blick ins Tote Gebirge frei.Auf ca. 800 m Seehöhe verließ ich den Güterweg.Hier im schattigen Sattel hat sich der Schnee noch gehalten.
Ich querte ein etwa 200 Meter langes, festgepresstes Schneeband problemlos (in Karte hellblau eingezeichnet).

Am "Sattel" auf ca. 820m, am höchten Punkt meiner Wanderung angelangt.
Abstieg in den kalten Graben, wo man erneut auf einen Güterweg gelangt.Auch hier liegt teilweise noch einiges an Schnee.
Die Sonne hat aber schon ziemlich Kraft und es ist frühlingshaft mild im kalten Graben.
Autsch - welche böse Frau war denn das schon wieder?
Emma, Berta oder wars doch der Kyrill im letzten Jahr? Einige "Cirren" sprich Federwolken begleiteten meinen Weg am Himmel.
Sie bestehen aus feinsten Eiskristallen und sind immer wieder schön anzusehen.
Blick vom Auerbachtal in östliche Richtung zum Prielmassiv.
15min vorm Jagersimmerl begegnete ich der einzigen Person - einem Forstarbeiter.Fad wird ihm dieses Jahr bestimmt nie sein.
Arbeit über Arbeit.
Ein letzter Blick zum Kasberg
der kurz zuvor noch eine Art von "Heiligenschein" trug.Nach 2,5 Stunden beendete ich die Umrundung des Wolfsberges.

Aber jetzt schon nachhause fahren ?
Ich verspürte noch immer Wanderlust.
Also beschloss ich kurzerhand noch in "die Röll" hineinzuwandern. Nirgendwo sonst kommt man in Oberösterreich so schnell und leicht an beeindruckende 2000er heran.
Zum Greifen nah erscheinen sie hier im schönsten Talschluss von Oberösterreich, wie ich finde.
Am großen Parkplatz beim Seehaus südlich des Almsees, starte ich Forstspaziergang Nr. 2 des heutigen Tages.
Eine Stunde lang wandert man 4 Kilometer auf einem nahezu ebenem Forstweg den beeindruckenden Riesen entgegen.Das mächtige, weiß leuchtende Rotgschirr (2270m).
Im Schatten des Zwölferkogels (2099m).
Immer wieder waren Schneeverwehungen am Grat erkennbar.
Die schroffen Schärenberge im Vordergrund.
Dahinter links das Pulverhörndl(1997m) und in der Mitte der Hochplattenkogel (2073m).
Der Mond überm westlichen Hochplattenkogel (2073m).

Kurz vor meinem Umkehrpunkt, dem Einstieg zum Grieskar-und Sepp-Hubersteig auf 808m ein kunstvoll angelegter Steinkreis.Es ist kein Landepunkt für Bergrettungshubschrauber, wie ich zunächst fälschlich angenommen habe, sondern es wurde von Künstler letzten Sommer im Rahmen eines Land-Art-Workshops „Kunst in und aus der Natur“ angelegt.
Das hat mir eine Besucherin meines Weblogs im Nachhinein mitgeteilt.
Erneut Federwolken. Diesesmal überm Zehnerkogel.
Der Grieskarsteig zieht sich bestimmt eindrucksvoll zwischen 11er- & 12er-Kogel hinauf zur noch schneebedeckten Grieskarscharte (Urbann-Band).
Nach exakt einer Stunde bin ich dann am Umkehrpunkt angelangt.
Im Sommer möchte ich hier einen der Steige zur Pühringerhütte raufgehen.
Welchen Weg soll ich gehen ?
Werde mich diesbezüglich noch genauer erkundigen, ob diese Steige für einem gemütlichen Wanderer wie mich überhaupt "machbar" sind.

Am Röllsattel (= Grenze zur Steiermark) auf 1755m, den man überm Sepp-Huber-Steig erreicht, bließ anscheinend ordentlich der Wind. Immer wieder beeindruckende Schneeverwehungen, die plötzlich wie Geister überm Grat erschienen, waren zu beobachten.
Auch sonst war die Szenerie einfach beeindruckend.
Voller Demut richteten sich meine Blicke immer wieder ehrfürchtig hinauf.
Das Spiel von Licht und Schatten, Himmel und Erde und den mächtigen Bergen die auf mich (kleiner Ameise) herabblickten.Heute wanderte ich 18 Kilometer fast ausschließlich auf Forstwegen.
Auch wenn ich keinen Gipfel erklommen habe, genoss ich dennoch jede Minute und von Langweile gabs keine Spur.

Kommentare:

In da Heh hat gesagt…

Servus Wolfsblut - den Sepp Huber Steig bin ich schon mal gegangen - ich denke der ist für dich sicher auch machbar!

und sonst - ein schöner Bericht von dir!

Wolfsblut hat gesagt…

Hallo Sabina !

Na dann werd ich im Sommer sicher mal übern S.H.-Steig zum Elmsee rauf und vielleicht sogar noch zum Elm rauf (falls ich dann noch immer nicht genug hab und meine Kondition dafür ausreichend ist).
Freu mich aber in jeden Fall schon darauf.
Danke für deine Info und deinem Kompliment ! :-)

Liebe Grüße