Freitag, 26. Oktober 2007

Rehberg (Falkenhofweg)

Es gibt sie noch im Mühlviertel, die stillen, fernab vom Durchzugsverkehrs gelegenen Orte, die man meist nur vom hörensagen kennt. Zu diesen Geheimtipps zählt zweifellos auch der alte Wallfahrtsort St. Leonhard. Eine kleine verträumte Marktgemeinde, in der man sich mit einem bestens markierten Wegenetz um den Wandergast bemüht.
Heute, am Nationalfeiertag starte ich um Punkt 12 Uhr bei Kirchengeläut meine Wanderung.
Zunächst geht es leicht bergab die Ortsstraße entlang.
Bei einer Autowerkstätte verlasse ich diese nach links und gelange gleich nach 100 Meter zum ersten Bankerl.
Unter Birken lädt diese zum Blick auf den Haiderberg, der mit seinen 907m die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist.
Nun im Wald steil abwärts, einen Forstweg querend, zu einem Güterweg, der in das 3-Häuser-Dorf Hellmannsedt leitet.
Das Wegschild weist nun nach rechts entlang des ansteigenden Feldweges dem Wald zu, wo uns das nächste Rast- und Aussichtsbankerl erwartet.
Im Wald quere ich zwei Bacherl. Gleich darauf rechts über einen Feldrain steil aufwärts zur Anhöhe.
Prachtvoll ist hier der Blick auf den Ort und in das Aubachtal.
Auch Lichtenberg und Pfenningberg die beide 30km entfernt sind, sind gut erkennbar. Unmittelbar danach führt ein Abstecher zum Herzerlstein, einem stets mit Wasser gefüllten Schalenstein. Es handelt sich dabei um einen dieser energiegelandenen Kraftplätze, die auf geheimnisvolle Weise Harmonie und Glücksgefühle wecken.

Eine Elfe lässt hier Wünsche wahr werden.
Die beinahe orangegefärbten Birken gefallen mir immer wieder sehr gut, jetzt im Herbst.
Kurze Zeit hab ich sogar tierische Begleitung.
Einen weiteren Kraftplatz erreiche ich eine halbe Stunde später.
Nämlich das von mächtigen Granitblockwerk übersäte Gipfelplateau des Rehberges.
2 weitere wunderschöne Aussichtsbankerl erwarten einem hier.
Der Gipfel, der durch ein Vermessungssignal gekennzeichnet ist, bleibt mir allerdings verwährt, da mir die runden Granitblöcke nur erschwert erklimmbar erscheinen. Zu riskant, ist man zudem alleine unterwegs. Auf einem Güterweg spaziere ich vorbei an einem Bauernhof, dem Wald zu.
Der große Pechölstein gleich nach dem Hof auf der rechten Straßenseite ist nicht zu übersehen.
Nach dem Waldstück folgt die Beschilderung rechts einem Feldweg zu einer Gabelung.
Am linken Waldrand, das sagenumwobene Kapplkreuz.
Hier biege ich rechts ein und lasse "Gassis Heuboden" eine Jausenstation links liegen.
Auch den Jagdfalkenhof der gleich dahinter liegt, der auch dem Wanderweg seinem Namen gibt.
Ein Blick zurück: Rechts vom Rehberg kann man sogar den 90km entfernten Traunstein erkennen.
Die Route führt über recht idyllische Feld-, Wald- und Wiesenwege in das Dorf Langfierling.
Schöne Ausblicke in das Aisttal und hinüber nach Weitersfelden werden frei.
Nach 500m Straßenmarsch weist die Beschilderung rechts in einen Feldweg dem Wald zu.
Dort harrt der Kapuzinerstein seiner Entdeckung.
Mit dem Hirschenstein kann der allerdings nicht mithalten, der ähnlich wie der Gipfel des Rehberges für mich nicht erklimmbar ist.
Über einen wunderschönen lichten Föhrenwald gelange ich wieder hinab ins Aubachtal.
Bei einem schmucken Bauernmuseum gelange ich zum tiefsten Punkt der Wanderung (720m). Von hier nur mehr 90hm hinauf zurück zum Haiderbergblick, wo sich meine Rundwanderung wieder schließt. Da es noch relativ früh ist, beschließe ich noch den Abstecher zu den Opferschalen zu machen.
Beeindruckend, diese von Wasser ausgewaschenen Schalen.
Noch immer hatte ich nicht genug und beschloss zur nahegelegenen Aussichtswarte zu marschieren.
Am Predigtberg, dem Hausberg der Leonharder führt ein schöner Kreuzweg hinauf.
Leider ist die Warte verschlossen und so bleibt mir die schöne Fernsicht und die untergehende Sonne verwährt.
Am Ende des Kreuzweges nahe der Kirche beende ich hier meine wunderschöne und zugleich auch letzte "Sommerzeit"-wanderung.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Herrgottsitz (855m)

Wintereinbruch in Österreich !
Zumindest in den höheren Lagen.
Dennoch ließ ich mich heute nicht von meiner Wochenendwanderung abbringen.
So wie Wölfe oder junge Huskys verspürte ich einen unbändigen Bewegungsdrang.
Könnte ich den nicht ausleben, würde ich längerfristig vermutlich (wie ein Wolf in Gefangenschaft) depressiv oder rabiat.
Das "Wolfsblut" in mir war mal wieder in Wallung geraten ;-)
Selbst der Graupelschauer zu Beginn meiner kurzen Wanderung machte mir nicht das geringste aus. Ist man gut ausgerüstet, kann einem ohnehin das schlechteste Wetter nichts anhaben.

An der Talstation der Sommerrodelbahn bei Schönau parkte ich mein Auto.
Entlang der Sommerrodelbahn ging es über die Stoaninger Alm bergauf.
Je höher ich stieg, je größer wurden die Schneereste am Waldrand.Der Skipiste entlang ging es weiter. Plötzlich entdecke ich Spuren im Schnee
Ein Yeti ? Nein, nur meine Wolfstatzen ;-)
Angezuckerten Waldböden entlang ging es weiter ...
zu schönen, für das Waldviertel typischen Granitsteinformationen.
Ein Größenvergleich...
Hier hatte man den Kampf Herbst gegen Winter direkt vor Augen.
Noch hat das herbstliche Gewand die Oberhand.
Aber der Schnee wird immer mehr.
Kein Wunder, ich war ja immerhin auch schon auf 805m Sh.
Bezüglich Hinweistafeln und Schilder hat man sich hier wirklich ausgetobt.
Allerdings widerspechen sich mache oder schicken einem im Zickzack irreführend durch die Gegend. Dieses Schild verwirrte mich endgültig.
Jetzt sollte ich wieder zurückgehen, obwohl ich noch nicht mal am Herrgottsitz war !?
Ab nun orientierte ich mich nicht mehr nach den Schildern, sondern nach meinem Gespür.
Ich hielt mich einfach am höchsten Fluchtpunkt, was sich nur kurz später als richtig erwies.
Da war ja schon der Vermessungspunkt am höchsten Punkt des Berges.
Einem Vermessungstechniker wie mir kann man eben nix vor machen.
Die Bäume hier am Gipfel tragen bereits ihre weiße Winterkleidung.
...auch am Boden lag schon eine 5cm Schneeschicht.
Ich war schon am Abstiegsweg, als ich widerum dieses Schild entdeckte. Das war wieder mal typisch.
Daneben riesige Granitblöcke mit einer Bank davor.
Das ist er wohl - der Herrgottsitz.
Ein durchaus beeindruckendes Naturmonument.
Nach kurzer Gipfelrast gings auf gleichem Weg wieder hinab.
Aus kleinen Schneeflocken wurde starker Schneeregen.
Schön abperlende Regentropfen auf einem gefallenem Blatt symbolisieren wohl, dass der Herbst dem Winter vielleicht doch noch etwas trotzen kann.
Vielleicht beschert mir ein schöner Spätherbst dieses Jahr noch ein paar schöne Wanderstunden, so hoffe ich zumindest.
Kurz vor Mittag erreiche ich mein Auto und beende eine sehr kurze aber schöne Wanderung.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Ruine Ruttenstein

Nach ausgiebig, langen Frühstücksbrunch ging es heute um 11:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein richtung Pierbach. Bei P2 ließen wir das Auto stehen. Von hier waren es nur noch 45min Gehzeit zur Ruine.
Der Weg dort hin ist gemütlich und kurzweilig.
Das Forststraßerl bahnt sich seinen Weg immer wieder an oder durch riesige Granitblöcke und bietet schöne Blicke ins Umland.Nachdem man eine Kuppe nördlich des Bodenberges passiert, gelangt man bei einem Holzstadel zu einer Lichtung. Alte Obstbäume und ein Steinmarterl erinnern an den ehemaligen Meierhof.
Schon kurz danach sieht man den bewaldeten Bergkegel mit den Ruinen von Ruttenstein.
Am Fuß eine kleine Ansiedlung mit Kapelle, schönen alten Häusern und einer neuen Schutzhütte.
Der Andrang ist hier sehr groß, dennoch beschließen wir uns ein Platzerl zu suchen.
Nachdem wir fast 45min aufs Essen warten, bekomme ich statt meiner freudig erwarteten vegetarischen Spaghettis, ein paar lauwarme Normalospaghettis mit viel zu viel Dosentomatensauce. Im Grunde eine Frechheit. Dennoch trübt auch das unsere Stimmung nicht.Weiter ging es in nur 10 min hinauf zur Ruine.
Die geschichtliche Info eingangs der Ruine.
Wauh - bereits 1150 erbaut !
Zudem hätte ich nicht mit einer solcher Größe der Ruine gerechnet.
Ich kenne in Oberösterreich auf die schnelle gar keine größere Ruine
... (und ich war schon auf vielen).
Die größte Ruine Österreichs (Kollmitz in NÖ) ist nicht sehr viel größer. Vom dem einst mächtigen Burgfried ist leider nur noch eine Wand übrig.
Dennoch kann man im hinteren Trakt der Ruine in lüftige Höhen auf eine Aussichtskanzel steigen.
Tolle Panoramen ins Mühlviertel...
... und heute aufgrund guter Fernsicht sogar bis in die Alpen.
Leider sind viel zu viele Menschen hier oben, sodass man es nicht wirklich genießen kann.Man steigt sich fast auf die Zehen.
Dennoch ein lohnendes Ziel für klein und groß, jung und alt. Besonders für Kinder ist die Ruine wohl wie ein großer Abenteuerspielplatz.
Nach einer halben Stunde auf der Ruine, spazieren wir auf selben Weg wieder zurück zum Auto.
Abschließend fuhren wir noch zur Konditorei Kronberger nach Mauthausen.
Das "Draussensitzen" war heute aber schon grenzwertig, da manchmal kalter Wind auffrischte.
Dennoch ließen wir uns den Häferlkaffe mit Kuchen schmecken.

Samstag, 13. Oktober 2007

Pernecker Kogel (1080m)

Nahe dem schön gelegenen Kirchlein von Magdalenaberg (bei Pettenbach) ... ... beginne ich heute erst um 14:15 Uhr meine Wanderung. Ähnlich wie letzten Samstag war das Wetter weniger schön als vorhergesagt. Den ganzen Tag war es bedeckt. Wenigstens kam ich heute in keinen Nebel.
Auf einen eigens für (Seisen-)Burgbesucher angelegten Parkplatz, lasse ich das Auto stehen und begebe mich auf den Weg nach Dörfl.Dort, wo an einem Baum ein schönes Kruzifix angebracht ist, ... ... geht es links über eine Brücke auf den Rittersteig.
Jener trennt zu Beginn in sehr schöner Art und Weise Laub und Nadelwald.
Nach 50 Minuten erreicht man den kläglichen, mühsam wieder etwas hergerichteten Rest der Seisenburg.Nach kurzer Besichtigung geht es weiter sehr schön durch Laubwald empor.
Dann eine Begegnung der sehr seltenen Art.
Eine Feuersalamander kreuzt meinen Weg.Schon ein sehr merkwürdiges Tier.
Leider werden all meine Bilder davon nur sehr unscharf.

Nach kurzer Orientierungslosigkeit bei einem Hochstand, finde ich nach kleinem Umweg wieder den richtigen Weg .
Knapp 20 min unterhalb des Gipfels, der einzige Aussichtspunkt der gesamten Wanderung.
Man kann schemenhaft das Stift Schlierbach erkennen. Ansonsten ist es eine reine Waldwanderung, der keine Ausblicke auf Umgebung zuläßt.
Dem Gipfel entgegenkommend wird der Wald immer dichter und dünkler.
Es ist aufeinmal totenstill und ich hab plötzlich ein etwas beklemmendes Gefühl.
Die Äste einiger Bäume sind beinahe schwarz und greifen, so scheint es, wie Mumien ihre Hände/Äste nach mir.
Irgendwie strahlen sie negative Energie aus - so bilde ich mir zumindest ein.
Ein paar Mal erschreckt mich eine Krähe, die die beklemmende Stille jäh unterbricht.
Kurz vorm Gipfel erscheint dann auch noch ein Grabkreuz.
Das Grablicht brannte und als ich das Bildnis näher betrachte, erkenne ich, daß...
jener Mann (Rudolf Köck) vor fast genau 2 Jahr an jener Stelle verstarb.
... *schluck* ...
ich beschleunigte meinen Gang und erreichte keine 5 Minuten später das Gipfelkreuz.
Schnell trug ich mich hier ins Gipfelbuch ein und erkannte, daß etwas höher gelegen am tatsächlich höchsten Punkt des Berges noch zusätzlich ein kahles Holzkreuz zwischen 2 Bäumen stand. Es wurde schon etwas dämmrig und so machte ich mich ohne längere Gipfelrast wieder auf den Abstieg. Irgendwie war mir der ganze dunkle Gipfelbereich nicht ganz geheuer.
Ich glaube nicht, dass ich dort noch einmal hin möchte.
Zumindest nicht alleine.
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Beim Abstieg entdecke ich dann auch noch seltsame Schwammerl (?) .
Es könnte sich nach Internetrecherchen um Kartoffelboviste handeln.
Aber sicher bin ich mir nicht, denn diese kleinen (Einschuss-)Löcher haben Boviste eigentlich nicht. Vielleicht handelt es sich auch um Eier, keine Ahnung.
Von welchem Tier entzieht sich mir aber jeglicher Kenntnis und Vorstellungskraft.
Also falls es jemand es weiß, Kommentare sind erwünscht.

Den weiteren Rückweg kürzte ich etwas ab. Zumindest war das meine Absicht.
Nach einer kurzen Offroad-Einlage, wurde noch einmal der Blick zur Seisenburg frei.
Danach gings über einen mikadoartigen Buchen-Föhrenwald abwärts. Wieder komme ich vom richtigen Weg ab, erreiche aber bald wieder einen Forstweg, der wohl aus irgendeinen Grund nicht begangen werden sollte ( siehe kreuzende Baumstämme).
Dennoch begehe ich ihn und erreiche nach kanpp 4 Stunden mit neu gesammelten Eindrücken und Erlebnissen meinen Ausgangspunkt.
Fazit:
Mystisch war es mal wieder und ich weiß nun, dass es Plätze gibt, die man besser meiden sollte. Plätze, wo einem sein Gefühl sagt, geh besser weiter oder verweile hier nicht all zu lange.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Zigeunermauer (744m)

Unmöglich für mich, bei diesem schönen Wetter zuhause zu bleiben.
Ich mußte raus. Wenn auch heute erst um 13:30 Uhr.
Ein kleinerer Spaziergang ginge sich allemal aus.
Ich fuhr über Perg in einer knappen Stunde nach Pierbach.
Nach längerer Suche fand ich schließlich einen geeigneten Parkplatz knapp unterhalb meines Zieles, der Zigeunermauer.
Der neuen Trendsportart Geocaching kann ich eigentlich viel abgewinnen. Leider ist mein Gecko-GPS dafür zu schwach, da mann wirklich eine genaue Ortung braucht, um den Cache aufzuspüren.
Ich wußte, dort befindet sich ein solcher.
Leider fand ich ihn nicht, da mein GPS im Wald eine Genauigkeit von nur 15m aufwieß.
Egal.
Es ist dennoch ein tolles Ausflugsziel, dass ich von meinem Startpunkt schon nach etwa 15 Minuten erreichte.
Gewaltige Granitblöcke , die übereinandergerollt ein imposantes Felsgelage ergeben.
Eine Art Höhle oder Behausung die Zigeunern vormals vielleicht als Unterschlupf diente, reime ich mir zusammen.
Der Blick von innen hinaus.
Faszinierend finde ich auch immer wieder das Moos, dass sich wie ein feiner Teppich an die Felsen schmiegt.
Eigentlich vermutete ich, dass es nass oder feucht wäre, aber es war ganz trocken und fühlte sich sehr geschmeidig an. So nen feinen Moosteppich würde ich mir sogar ins Wohnzimmer legen.
Da ich noch nicht zurück zum Auto wollte, spazierte ich zum nahe gelegenen Augenbründel.
Im Laubwald gings bergab.
Also laubiger gehts kaum.
Gut das viele Wegweiser angebracht waren, denn der Weg selbst war in manchen Bereichen nur schwer ausfindig zu machen.
Zudem Schwammerl noch und nöcher.
Ein riesiger Steinpilz - ausgerissen oder von Schwammerlsuchern verloren.Einer von vielen gesichteten Fliegenpilzen.
Das Augenbründl, bewacht von der heiligen Odilia. Die Info dazu.Den schönen Roßgraben gings wieder knappe 100 hm hinauf bis zum nächsten Marterl.
Dort bog ich rechts in die Straße ab, die mich zurück zum Auto führen sollte.
Als ich auf das Feld rechts von mir blicke, fällt mir ein kleines schwarzes Kalb auf, dass ziemlich zottelig und einsam am Feld herumstand. Komisch...
wo war der Rest der Herde ?
Die ließ nicht lange auf sich warten.
Im schnellen Galopp kamen sie auf mich zugerannt.
Nur gut,dass der E-Zaun dazwischen war, sonst wär ich wohl ähnlich davon galoppiert. Bei näherer Betrachtung, dürften es wohl Galloways sein, die man gar nicht mehr so selten auf Österreichs Feldern sieht.
Vielleicht auch eine Zuchtmischung Galloway mit schottischem Hochlandrind, welches meist braun ist und längere Hörner hat. Keine Ahnung, so gut kenn ich mich nicht aus.
Jedenfalls imposante Tiere.
Nach längerer Betrachtung spaziere ich weiter und komme schließlich nach gut 1,5 Stunden wieder beim Auto an.
Eine sehr kurze, aber lohnende Rundwanderung, die ich künftig vielleicht mit meiner Familie wiederholen oder soagr zur Ruine Klingenberg ausdehnen könnte.

Samstag, 6. Oktober 2007

Jausenkogel (1514m)

Puh, das war wohl eines der härtesten Tour des Jahres.
Grenzwertig - weniger wegen den Höhenmetern (1100hm), sondern vielmehr, weil ich beinahe die Hälfte der Tour (also knapp 4 Stunden) offroad im steilen, nassen Gelände unterwegs war.
Zudem gab es nebelbedingt oft nur Sichtweiten von 20m.

Als ich heute verspätet von zuhause wegfahre (9:15Uhr) gab es strahlenden Sonnenschein.
Doch auf Höhe Kirchdorf, verfinsterte sich der Himmel.
Das letzte Mal dass ich heute die Sonne sah.
Nach einer knappen Stunde Autofahrt erreichte ich meinen Ausgangspunkt.
Um 10:30 Uhr ging ich vom Mangstlhof auf 555m weg.
Eine gute Stunde gehts den endlos langen Katzengraben hinauf.
Hier ist Geduld von Nöten.
Es geht mit geringer Steigung bequem ,aber kaum an Höhe gewinnend einen von Laub bedeckten Schotterweg hinauf.
Der meist hohle Weg ist ziemlich monoton.
Allerdings kann man dadurch gut in sich hineinhören und man ist ganz auf seine Gedanken und Körper besinnt.
Abwechslung gab es erst nach knapp 1,5 Stunden.
Hier gings rechts auf offenem Baumwurffeld hinauf.
Dennoch, meine Hoffnung heute noch einmal die Sonne zu sehen, schwand zunehmends.
Der Nebel wurde immer dichter.
Ganz schön ein mulmiges Gefühl durch einen dunklen Nebelwald zu gehen.Ich passierte zudem ein Kreuz, das an Verunglückte Kinder im Jahr 1943 erinnert.
Nachdenklich kam ich zu der Jagdhütte auf der Ahornalm.Hier verwarf ich endgültig meinen Plan den Kasberg rauf zu gehen.
Man konnte ohnehin kaum etwas sehen und Wetterbesserung ist um diese Zeit kaum noch zu erwarten.
Da ich aber trotzdem einen Gipfel erklimmen wollte, beschloss ich den näher gelegenen Jausenkogel zu besteigen.
Die Steyrerhütte war von hier nur noch 10 min entfernt, deswegen machte ich noch einen Abstecher dorthin.
Die Steyrerhütte - was soll man zu diesen Wetterbedingungen noch sagen ....Ich warf einen Blick in die Hütte.
Doch hier waren mir eindeutig zu viele Leute auf engstem Raum, sodaß ich gleich wieder kehrt machte und zur Ahornalm abstieg.
Hier war kein Mensch zu sehen, wie auch die nächsten 4 Stunden nicht.
Die sollten es dann auch in sich haben.
Kurz nach der Kirchdorferhütte machte ich bei einer Holzbank eine Jausenpause.
Zwei parallele Pfade sollten von hier richtung Jausenkogel führen.
Ich entschied mich für den höher gelegenen, da ich mich am Berggrat vermutlich besser orientieren und mich so bis zum Gipfel entlanghanteln könnte.
Ich suchte den Einstieg auf 1380m.
Manchmal dachte ihn gefunden zu haben, aber immer wieder endete der vermeintliche Pfad.
Das Gelände wurde steiler, aber nicht leichter.
Im Gegenteil.
Als ich den Bergrücken erreichte, war immer wieder ein Pfad auszumachen.
Aber als ich die umgestürzten Bäume umging, verlor ich ihn jedesmal wieder.
Ich befand mich bereits auf 1510m Sh, hatte aber laut GPS noch gut 1 km Luftlinie zum Gipfel.
Kurze Verschnauf und Orientierungspause.
Beim Blick auf die Karte wurde mir etwas leichter, denn bis zum Gipfel sollte es relativ eben rübergehen.
Ein Trugschluss.
Ich mußte noch 2 gefährliche und ungesicherte Steilstufen absteigen.
Das zehrte an Kraft und Nerven.
Ziemlich erschöpft, erreichte ich endlich den Gipfel.
Ein Eisenkreuz ist hier zwischen 2 Bäumen angebracht.
Auch ein Gipfelbuch gibt es.
Als ich einen Blick reinwarf, wunderte es mich kaum, dass der Gipfel im ganzem Vormonat September von nur 9 Leuten besucht wurde.
Meine Gipfelrast fiel relativ kurz aus.
Erstens war es schon spät und ich hatte noch einen schwierigen Abstieg vor mir.
Außerdem war es ungemütlich nass und kalt.
Ich stieg zunächst über eine Wiese zur Lahneralm ab.
Hier sollte ein Weg hinab zum Katzengraben führen.
Aber wieder gerate ich in unwegsames Gelände und kann den Weg nicht aufspüren.
Stattdessen einige mysteriöse Knochen und Zähne(?) neben einem Baum.
Endlich spürte ich wieder einen Pfad auf.
Allerdings war es nicht der, den ich wollte.
Mittlerweile war mir das aber egal.
Ich hatte keine Lust und auch keine Zeit mehr offroad zu gehen.
Es wurde schon etwas finsterer und somit auch gefährlicher.
Ich querte ein Geröllfeld und hatte dort Glück, denn ober mir polterten Steine herunter.
Einer sauste in 2 Meter Höhe mit hoher Geschwindigkeit nur ca.3 Meter an mir vorbei.
Dieser faustgroße Stein hätte mich locker töten oder zumindest schwer verletzen können.
Nun hatte ich gänzlich genug für heute und wollte nur noch runter zum Auto.
Dank GPS schaffte ich es relativ sicher wieder zum Aufstiegsweg zurückzufinden.
Ohne meinen Gecko201 wäre ich heute total verloren gewesen.
Den Katzengraben gings dann bei Dämmerung im Eiltempo hinab.
Dabei begleiteten mich kurze Zeit laute Schreie eines sicherlich mächtigen Hirsches.
Manchmal dachte ich schon er würde gleich um die Ecke stehen, so laut war dieser röhrende Hirsch. Das war wohl der I-Punkt dieser mystischen, nebeligen, etwas beängstigenden Herbst-Szenerie.
Um 18:30 Uhr erreichte ich den Ausgangpunkt und beendete ausgepowert das heutige Offroad-Adventure.