Donnerstag, 9. März 2006

Pöstlingberg (539m)

Als mein erstes Wanderziel hab ich mich für das Wahrzeichen und den Hausberg von Linz entschieden - den 539m hohen Pöstlingberg. Da es mein erstes Wanderziel heuer ist, lasse ich es sehr gemütlich angehen und fahre mit der „3er-Bim“ bis zur Talstation der Pöstlingbergbahn (Bahnhof Mühlkreisbahn).
Von dort aus starte ich also meine Tour. Es ist fast beschämend meinen Hausberg noch nie genauer in Betracht genommen zu haben, wo ich doch mittlerweile schon knappe 6 Jahre in Linz wohnhaft bin.
Auch die weithin bekannte Pöstlingbergbahn hatte ich bisher nur auf Postkarten gesehen.Das musste sich heute endlich ändern. Gesagt – getan ...und schon lasse ich mich für nur 2,20 Euro in 16 Minuten hinaufkutschieren. Die Pöstlingbergbahn ist mit 10 % Steigung die steilste Adhäsionsbahn Europas und überwindet so auf einer 2,9 km langen Strecke seit 1898 einen Höhenunterschied von 255 m.
Es ist schon ein Erlebnis und ich genieße diese nostalgische Fahrt mit dieser alten Bahn, die mit ihrer idyllischen Streckenführung und alter Technologie urigen Charme ausstrahlt.
Am höchsten Punkt des Pöstlingbergs angelangt, steht die weithin sichtbare Pfarrkirche und älteste Wallfahrtsbasilika Oberösterreichs "Sieben Schmerzen Mariä". Scheinbar allgegenwärtig wirken ihre Doppeltürme. Die 1748 fertiggestellte Pöstlingbergkirche erreicht man direkt über eine Stiege, die beim Aussichtsplateau beginnt.


Von hier - etwas unterhalb der Kirche - hat man wohl die schönste Übersicht auf ganz Linz.

Nachdem ich die beeindruckende Kulisse lange genossen habe, begebe ich mich von der Aussichtsterrasse in Richtung Kircheneingang hinauf.Dort steht links unterhalb vorm Eingang der Kirche eine Statue.Und zwar die von Johannes Nepomuk – dem Märtyrer des heiligen Schweigens.Trotz grausamster Folter gab er im Jahre 1393 sein Beichtgeheimnis dem König Wenzel nicht preis und schwieg. Daraufhin warf man ihn von der Moldaubrücke in den reissenden Strom.Nachdem man seinen Leichnam geborgen hatte wurde er im Dom zu Prag bestattet.Als man 1719 sein Grab öffnete war die Zunge des Toten unverwest.
Der heilige Johannes Nepumuk gilt daher bis heute als Märtyrer des Beichtgeheimnisses und heiligen Schweigens.
Gleich rechts von der Statue – also direkt links vom Eingang in die Basilika findet man ein Schild mit der Wandermarkierung 06. Das ist der Ausgangspunkt für alle Pilger die den 173 Kilometer langen Wallfahrtsweg von hier aus in 7 Tagesetappen nach Mariazell bewältigen wollen. (wie auch ich demnächst)
Nachdem ich also schon einige bemerkenswerte Besonderheiten vor der Kirche entdeckt habe, betrete ich jene und entzünde dort eine kleine Opferkerze.
Auf das sie mir Erleuchtung bringen mag, in all den Schwierigkeiten und Entscheidungen meines Lebens...
Nach kurzer Einkehr beschließe ich dann noch eine kleine Runde um die Kirche zu drehen.
Denn an der Rückseite der Basilika schlängelt sich ein schön angelegter, asphaltierter Gehweg nebst der bekannten Grottenbahn durch einen kleinen Wald mit uralten Bäumen.
Gleich eingangs des Weges thront ein Stein auf dem folgendes geschrieben steht.

...Akropolis von Linz ...*grins*... schmunzelnd setze ich den Weg fort ...

... vorbei am Eingang der Grottenbahn und am schönen Pöstlingbergschlössl.

Als sich knapp unterhalb der Aussichtsterasse mein kleiner Rundeweg schließt,
überquere ich die Schienen der Pöstlingbergbahn um in den Kreuzweg zu gelangen.

Anfangs über Treppen geht’s dann den Waldrand entlang hinab zu den ersten Kappellen

bis hinunter zum Kriegerfriedhof und weiter zum Petrinum wo der Kreuzweg endet.

Von dort werfe ich noch einmal einen letzten Blick hinauf zur Pöstlingbergkirche.

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt.
Man muß nur mehr die Petrinumstraße entlang hinuntergehen bis man die Knabenseminarstraße erreicht. Dort rechts und wieder hinunter bis die Straße am Ende in die Urfahraner Haupstraße einmündet. Von nun an immer gerade aus weiter bis man nach wenigen Hundert Metern zur „Biegung“ (dort man die Straßenbahn eine 90°Biegung) gelangt.
Man kann nun entweder wieder rechts in die Kaarstraße bis zum Ausgangspunkt der Pöstlingbergbahn (Mühlkreisbahnhof) zurück gehen oder man steigt schon hier in die
„3er- Bim“ ein und fährt richtung Hauptplatz und Bahnhof Linz heimwärts.

Alles in allem war meine erste Wanderung sehr angenehm, keineswegs anstrengend und eignet sich durchaus auch als ein familienfreundlicher Sonntagsausflug.
Besonders für Kinder kann man jene Wanderung mit einem Besuch der Grottenbahn oder dem nahegelegen Tierpark noch zusätzlich abrunden und attraktiver gestalten.

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