Sonntag, 9. September 2007

Regenwanderung Toberspitz (734m)

"Entweder man ist ein extremer Wanderfreak oder etwas verrückt,
geht man bei diesem Wetter hinaus, um zu wandern."
so die Worte meiner Freundin, als ich heute außer Haus ging.
Nun ja - ich kann wohl beide Aussagen nicht ganz entkräften.
Irgendwie zieht es mich des öfteres bedingungslos in die Natur
Hinaus in die frische Luft, den Wald, die Berge.
Meine Freundin erkennt es mittlerweile, wenn es mal wieder so weit ist.
Sie gesteht mir diese Freiheit ein und weiß auch, dass ich ohne meine Wanderungen nicht leicht zu ertragen bin. Ein Wochenende ohne Bewegung ist für mich selten ein ausgefülltes Wochenende.

So fuhr ich heute um 8 Uhr morgens von zuhause weg.
Der Wetterbericht versprach zwar nicht das allerbeste Wetter,
aber es sollte doch für eine kommode Wanderung in den gemäßigten, mühlviertler Höhen reichen.
Außerdem ist niemals das Wetter, sondern höchstens die Wanderausrüstung schlecht.

Also begab ich mich mit kompleter Regenausrüstung nach Gloxwald, meinem heutigen Ausgangsort, den ich nach 62 Kilometern in knapp 1 Stunde erreichte.
Gegenüber der Kirche, die für mich zuerst nicht als solche erkennbar war (Betonklotz mit Eisenkreuz), befand sich eine Kapelle. Am Baum direkt davor, waren auch schon die ersten Hinweisschilder angebracht.
Ich orientierte mich zuerst richtung Predigtstuhl, von dem man angeblich einen herrlichen Ausblick ins Strudengau haben soll.
Naja, bei dem Wetter erwartete ich mir eher wenig in Sachen Ausblicken.
Nachdem ich ein erstes kurzes Waldstück passiere, gelange ich zu einer offenen Geländekuppe.
Viel mehr als Gras und eine Nebelsuppe war hier nicht zu sehen.
Zudem Nieselregen uns teilweise kalter Wind.
Ein paar Schafe rotteten sich am windgeschützen, tiefer liegenden Waldrand zusammen.Selbst mit Pelz war das heute eine Schafskälte, die im Spätsommer als doch eher außergewöhnlich einzustufen ist.
Der Außenthermometer zeigte 12 °C an, als ich meine Tour startete.
Der Blick vom Predigtstuhl war wie zu erwarten eher trüb.
Aber man konnte die, durch das Hochwasser braun gefärbte Donau schemenhaft erkennen.
Am Waldrand spannte ich meinen superleichten, kleinen Regenschirm auf, um mir zumindest die gröbsten Tropfen vom Leib zu halten.
Bei diesem Wetter wird man leicht zum Schwammerl ......welche ich heute übrigens massenhaft gesehen hab.
Aber ich ärgerte mich diesbezüglich nicht, sondern genoss die gute Luft und freute mich auf
den Weg der da noch vor mir lag. Wandern bei diesen Bedingungen hat auch seine Reize.

In Serpentinen gings hinunter zum Gruberbauer.
Hier biegt man laut Wanderkarte vorm Gehöft links ein.
Kurz danach allerdings, keine Spur mehr von Wanderschildern und auch der Weg verengte sich immer mehr, bis er dann gänzlich verschwand. Nur noch Gras und Wald. Kein Weg war nun mehr auszumachen.
Noch konnte ich mich am rechts unterhalb von mir plätschernden Weidebach orientieren.
Er sollte laut Karte irgendwann mal überschritten werden.
Und so hantelte ich mich entlang des Grenzbaches und hoffte bald wieder einen Weg oder eine Brücke die mich hinüber nach Niederösterreich geleiten würde, zu finden.
Aber es war keine Brücke zu finden. Also begab ich mich wieder etwas höher und fand einen Karrenweg der mich direkt zu einem Teich führte.
Am Ufer stand ein Sofasessel !? Wie der da wohl hinkam ?
Da mir bei diesen Wetterverhältnissen zu langes offroad wandern im steilen Gelände zu riskant ist, verwerfe ich den Gedanken, weiter die Brücke zu suchen und folge dem Karrenweg, der mich in Serpentinen wieder hinauf zu einem Bauerhof führte.
Dort konnte ich mich schnell wieder orientieren, da ich schon mal an dieser Kapelle vorbeigewandert war.
In der Kapelle beschloss ich dann mir den Toberspitz-Rundweg richtung Nöchling zu schenken
und zurück zum Auto zu wandern.
Da es mir aber noch zu früh war um schon wieder heim zufahren, knöpfte ich mir noch den Toberspitz selbst vor.
Zunächst an schönen Wohnhäusern vorbei, passiert man ein Wasserreservoir...
und einen Hochstand, bis man nach einigen Serpentinen zu einer Spitzkehre gelangt.
Der weitere Güterweg wäre extrem gatschig geworden und so beschloss ich über den gut begehbaren Waldboden diritissima den Toberspitz zu erreichen.
Was mir auch auf Anhieb gelang.
Der Gipfelbereich ist mit einem Bankerl und einem Vermessungsstein gekennzeichnet.
An einer Esche ist ein Tafel angebracht.
Nach einer kurzen Rast, gings auf selbem Weg wieder hinab.
Allerdings machte ich noch Halt beim Einsiedlerstein, den ich beim bergaufgehen ganz übersehen hatte. Man kann jenen bequem mittels Leiter besteigen.
Allerdings sollte man schwindelfrei sein.
Bemerkenswert war auch der Pilz den ich am Fuß des Steins vorfand.Keine Ahnung was das für ein komisches Exemplar ist.

Um 12:45 erreichte ich dann wieder Gloxwald.
Hier nochmal meine Route rot eingezeichnet.

Als am Nachmittag das Wetter etwas besser wurde, ging ich mit Mani,Jan und Verena noch Drachensteigen.
Weiß gar nicht mehr wie lange ich das schon nicht mehr gemacht habe.
Jedenfalls hat es uns alles viel Spaß gemacht.
Hier noch ein paar Fotos davon.

Freitag, 7. September 2007

Hochwasserspaziergang

Nachdem es gestern den ganzen Tag hindurch stark geregnet hatte,
wurde im Bereich der nördlichen Alpenvorlandes von Salzburg bis Nordburgenland Hochwasseralarm gegeben.
Zuerst erwischte es wie üblich die Stadt Steyr, in der Enns- und Ortskai bereits in den gestrigen Frühmorgenstunden überflutet wurden.
Aber auch in der Gegend um Linz waren alle Flüsse gefährlich angeschwollen.
Erst heute Mittag konnte Entwarnung gegeben werden.
Da sich Regen und Wind legten, wagte ich mit meiner Family kurz nach 15 Uhr einen Spaziergang zur Mündung der Traun in die Donau, die keine 3 Kilometer von uns zuhause entfernt ist.
Energisch trieb uns Jan voran und zeigte uns stolz, wie stark er schon ist.
Auch die bräunlich, schnell fließende Traun ließ uns staunen.
Dennoch hatten wir am Treppelweg noch gute 2m Luft hinab zum Fluß, als kein Grund zur erhöhten Besorgnis.
Auch die Notschleusen und Dämme waren nicht von Nöten und verschlossen.Beruhigende und glückliche Momente.
Ich packte meine Inliner aus und ließ es kurz mal schneller angehen.
Mani und vorallem Jan feuerten mich dabei an.

Da der Wind wieder etwas zulegte und Jans Kräfte dann doch nachließen, kehrten wir am Treppelweg um und gingen wieder heimwärts.
Ein monumentaler Pylon der hier schon Jahrzehnte nutzlos in der Traun steht, läßt mich dort immer wieder schmunzeln, da im unteren Bereich eine Art Offenbarung aufgesprüht steht.
Judith, ich liebe dich. Erich.
Verwegen romantisch.
Wie ich ... dazumals ... vor langer Zeit. *g*
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Durchaus interessant auch die abgefragten Pegelstände:
Linz erreichte den Höchststand heute Mittag, wobei noch ein kleiner Anstieg am Nachmittag vorausgesagt war.
Das Urfahranermarktgelände wurde aber meines Wissens nicht oder kaum überflutet.
Schlimmer war es da schon donauabwärts in Mauthausen, wo die einmündenden Flüsse Traun und Enns die Donau noch zusätzlich anschwellen ließ.
Hier wurden bereits am Vormittag die Machlanddämme überflutet.
Trotzdem war auch hier heute Mittag das schlimmste überstanden und es wurden keine Wohnsiedlungen überschwemmt.Grüner Strich = Zeit unseres Spazierganges

Sonntag, 2. September 2007

Wurzeralm

Heute ging es mit meiner Freundin und meinen Eltern auf die Wurzeralm.
Um 11 Uhr fuhren wir mit der Standseilbahn hinauf auf die Bergstation.
Dort starteten wir unsere gemütliche Rundwanderung.
Zunächst ging es in einer halben Stunde zum Brunnsteinersee.
Dort legten wir unsere erste Rast ein.
Direkt hinter dem Brunnsteinersee sieht man den Einstieg zur Roten Wand.
Nach einer kleinen Jausenpause ging es richtung Stubwieswipfel weiter.
Das Wetter wurde leider nicht besser und so beschlossen wir unseren Rundweg im Bergrestaurant mit einer deftigen Mahlzeit abzuschließen.
Um 16 Uhr ging es dann wieder mit der Standseilbahn hinunter.
Im Sattledter Landzeit gab es dann noch einen Abschiedsumtrunk bei Kaffee und Kuchen.

Samstag, 1. September 2007

Weltstein (478m)

Nachdem das Wetter heute nicht optimal war und ich mich gesundheitlich auch nicht ganz auf der Höhe fühlte, beschloss ich dieses Wochenende nur eine kleine Wanderung zu unternehmen.

Ich fuhr ins 30 Kilometer entfernte Schwertberg.
Dort startete ich um 5 vor 12 Uhr meine Wanderung beim Kleidergeschäft Kutsam.
Entlang der Aist sieht man gleich das beindruckende Schloß.
Die Freizeitanlage passierend gings zunächst immer eben eines schönen Schotterweges entlang.
Dann entnahm ich der Karte, das auf einer Lichtung nach einem Linksknick der Aist ein kleiner Pfad nach rechts abzweigt.
Und tatsächlich konnte ich einen kaum begangenen Pfad ausmachen und bog dort rechts ab.
Nun gings zum ersten Mal leicht bergauf zum Waldrand.
Einer Rechtskurve durch den Wald folgend kam ich auf eine Art Hochebene. Der Wald endete und ich sah eine große Pferdekoppel.
Entlang des Zaunes ließen sich schöne, große Pferde beobachten.
Am Hof angekommen begann eine lange kerzengerade asphaltierte Straße.
Links, leicht violett schimmernd, eine riesige Kornblumenwiese, die man immer wieder riechen konnte.
Der Blick zurück zum Pferdehof Hochreiter.
Ich passierte die Kreuzung zum nächsten Hof, wo wieder ein kaum begangener Wanderweg über eine Wiese hinab zum nächsten Wald führte.
Jenen erreicht, überquert man ein Rinnsal und hält sich immer rechts.
Einen märchenhaftens Waldstück führt dann direkt hinauf zur Ruine .
Jene mußte ich dann natürlich genauer unter die Lupe nehmen.
Nach einer gemütlich und informativen Rast im Ruinenhof, ging es wieder hinab zu einer Straße. Auf der anderen Seite führt dann nach einem Schranken ein fast verwachsener Güterweg den Jocklgraben hinauf.
Hier gilt es sich immer an den Strommasten zu orientieren.
Am Ende des Waldstücks schlängelt sich der Weg um 2 verlassene Häuser herum.
Man erreicht dann wieder offenes Gelände und ein Weg führt direkt zum letzten Haus hinauf.
Dort zeigt der der kleine rot-weiße Wegweiser dann nach rechts hinauf.
Also den Zaun entlang über einen Wiesenweg hinauf zum nächsten Waldrand.

Der letzte Anstieg im lichten Wald ist sehr schön angelegt.
Kurz vor 14 Uhr erreich ich dann den Gipfel des Weltsteins und bin positiv überrascht.
Ein gepflegtes Gipfelkreuz samt Buch und Bankerl laden zum gemütlichen Verweilen ein.
Durchwegs positive Eindrücke und auch mein Eintrag ins Gipfelbuch ist natürlich Pflicht.
Auch wenn dieser gigantische Granitblock (Findling) nicht ganz am höchsten Punkt des Berges befindet, so wird er dennoch wohl der Namensgeber des gesamten Berges gewesen sein.
Er sieht ja auch ein bisserl aus wie die Welt.
Auch der Kapelle nebenan statte ich natürlich einen Besuch ab.
Über Lina ging es dann etwas weniger spektakulär einen asphaltierten Weg hinab zu einem Vierkanter.
Das Wetter verschlechterte sich etwas. Es trübte von Norden her ein, aber zum Glück regnete es nicht.
Nach einem Marterl zweige ich in einen Karrenweg ab. Leicht gingt es bergab zu einem Waldrand. Ich durchquerte den Wald,kürzte jenen etwas ab. Nachdem ich eine Brücke überquerte gings zum letzten Anstieg durch ein letztes Waldstück, das in einen
Feldweg müdete und direkt nach Stegfeld führte.
Dort sah ich in einem Verschlag am Bauerhof eine Menge Hühner welche sich gegenseitig an ein Gitter, das die einzigste Licht- und Luftquelle zur Außenwelt darbot drängten.
Ein schrecklicher Anblick, den ich nicht mal fotografieren wollte.
Über Aiser schängelt sich dann mein restlicher Weg durch dichtes Wohngebiet hinab zum Ausgangspunkt. Bemerkenswert ist dabei noch die schöne Villa Friedegg die man zuletzt noch passiert.
Um 15:30 Uhr bin ich nach guten 10 Kilometern und 3,5 Stunden wieder beim Auto.
Alles in allem eine abwechslungsreiche, nie langweilige Wanderung im schönen Mühlviertel.

Als ich am Nachhauseweg Enns umfahre konnte ich noch einen beindruckenden Platzregen, der sich gerade über Enns austobte beobachten.
Zum Glück blieb ich aber heute gänzlich von Regen- und Schweißtropfen verschont.