Sonntag, 18. Mai 2008

Leonsberg (Zimnitz) 1745m

Nach 2-wöchiger krankheitsbedingter Bergabstinenz, gings heute auf den mir schon bekannten Leonsberg. Im August 2006 bestieg ich die Zimnitz (wie sie von den Ischlern genannt wird) von Pfandl aus. Heute allerdings erklomm ich jenen wunderbaren Aussichtsberg von Weissenbach am Attersee aus.
Kurz nach 8 Uhr startete ich vom Parkplatz der weissenbacher Waldsiedlung, der auch von den meisten Schobersteinwanderern als Ausgangspunkt benutz wird eine lange, aber nicht uninteressante Bergtour. Nach 5 Minuten gelange ich bei einem Brückerl auf 480m Sh. zum Einstieg.
Die erste halbe Stunde gehts steil in Serpentinen aufwärts.
Schnell erhascht man schöne Blicke auf den Attersee und den gegenüberliegenden Schoberstein.
Dann die erste Abzweigung nach links. Rechts ginge es nach Burgau(Loidlalm) und nach Meistereben. Auf breitem Pfad gehts nun fast eben bis zur nächsten Abzweigung.
Wieder zweigt man links ab, wo ein nun wieder enger und steilerer Pfad hinauf zur Fachbergalm führt. Von der sieht man allerdings nichts- außer das grüne Dach einer Almhütte.
Von dort weiter ein paar Güterwege querend und abkürzend wieder nur leicht bergauf zur Loizalm. Der Blick auf den mutmaßlich, weiteren Wegverlauf verhieß dann nichts Gutes.
Nach 1,5h des Wanderns wurde auf der winzigen Loizalm die erste Jausenpause fällig. Die dröhnenden Motorsägen von den Forstarbeitern waren nun schon deutlich zu hören.
Bei der Forstweg-Umkehrschleife, wo ein weiterer Steig beginnt, sah ich dann die mir so verhaßte gelbe "Sperrgebiet-Verbots-Tafel".
Na toll - bin ich jetzt 1,5h umsonst gewandert?
Ich wollte schon aufgeben und umdrehen, als mir ein netter Forstarbeiter laut zurief, ich solle noch 10 Meter weiter gehen,denn dort würde der Steig rauf gehen. Ich bedankte mich lauthals und kletterte über ein paar Holzstämme zum verlegten und gut versteckten "Steigeinstieg".
Es dürfte ein wenig begangener, weil schon teilweise verwachsener Steig sein, der einem durch dichten Nadelwald steil aufwärts führt.
Da die Markierungen schon sehr verwaschen sind, passierte es mir im Aufstieg, dass ich vom Weg abkam und ich mich durch dichten Windwurf kämpfen mußte.
Im oberen Bereich, kurz vor der Leonsbergalm wurde der Steig durch den extrem starken Windwurf teilweise sogar gänzlich weggerissen und ist dadurch immer wieder nur schwer auffindbar.Das kostete mir doch einiges an Zeit und Mühe. (1 h für 200hm !)
Dafür wurde ich nach 2,5h des Wanderns mit dem ersten Blick auf Leonsbergalm und der dahinter thronenden Zimnitz belohnt.
Gemütlich über blühende Almwiesen gings fast eben zu den steinernen Mandln.
Unglaublich viele wilde Kroküsse blühen hier *grins* ...
Der Blick vom "Steinernen Mandln" zum Trattenspitz (links) und der Zimnitz (rechts).
Ein Brunnen am Fuß der Zimnitz bietet einem nochmal die Möglichkeit seine Wasserflasche zu befüllen.
2 junge ischler Mountainbiker laben sich gerade am Wasser und ließen ihre Bikes hier stehen um den Gipfel per pedes zu erklimmen.
Zu dritt wanderten wir zum Grat hinauf. Mit luftigen Halbschuhen stapften die beiden munter durch die letzten Schneereste. Nach 15 minütigem Smalltalk verabschiedete ich mich von Ihnen, da ich nochmals eine Rast einlegen wollte.
Die beiden waren um die 20 und legten ein Höllentempo vor, dem ich nicht ganz folgen konnte.
Naja, bin halt keine 20 mehr ...
Beim Jausenpausenblick über'm Trattenspitz entdeckte ich den Brunnkogel (mitte), den ich letzten Sommer bestiegen hab.
Der Nordostgrat des Berges war zwar ebenso steil wie der Südostgrat, aber nicht ganz so ausgesetzt und nicht minder schön zu gehen.
Der Blick rüber zum Südostgrat, den ich 2006 von der Schüttalm beginnend raufging.
Ein paar Meter vorm Gipfel vereinen sich beide Grat-Wege.
Nach gut 4 Stunden erreichte ich gegen 12.15 Uhr den Gipfel.
Das schöne Gipfelkreuz.
Eine halbe Stunde genieße ich hier die tollen Blicke übers gesamte Salzkammergut.
Der lange Kammweg hinüber zu Mitter-und Gartenzinken, die ich 2006 im Zuge meines Abstieges besuchte.
Der Blick hinab zur Leonsbergalm.
Leider trübte es sich plötzlich rasch ein. Über dem Toten Gebirge wurde es schon sehr dunkel. Keine Gewitterwolken, aber Regenwolken. Ein Wetterwechsel stand bevor.
Rasch stieg ich ab.
Keine halbe Stunde später auf der Leonsbergalm begann es zu tröpfeln.
Die beiden Geo-Caches auf der Leonsbergalm waren unauffindbar und so entschloss ich rasch über'n Aufstiegsweg (nicht wie eigentlich geplant über Haleswiessee) abzusteigen.
Diesesmal fand ich zum Glück auf Anhieb den Steig im Bereich des Windwurfes.
Nach exakt 8 Stunden des Wanderns beendete ich kurz nach 16 Uhr eine schöne und lange Bergtour.
Die Fußabkühlung im Attersee tat gut.
Noch besser, der mir schon bestens bekannte Früchtebecher im Cafe' Eichhorn in Weyregg.
Den hab ich mir heute nach 1300 Höhenmetern auch redlich verdient.

:-)

Sonntag, 4. Mai 2008

Altaisterberg (433m)

Erneut startete ich heute einen Versuch meinen ersten Geo-Cache aufzuspüren.
Gleich vorweg: ich blieb wieder mal erfolglos.
Dabei gab ich mir heute gleich 5 Chancen und hab sogar meinen Sonntagsspaziergang danach ausgerichtet.
Ich fuhr ins untere Mühlviertel nach Gaisbach.
Bei der Genauigkeit von 4 Meter meines Geko's suchte ich direkt am Bahnsteig herum.

Zum Glück waren keine Leute da. Die hätten mich wohl für verrückt erklärt.Relativ schnell gab ich die Suche auf und begab mich Richtung Kriehmühle. Ein wunderschönes Fleckerl ist das hier.
Im Herbst vor 2 Jahren war ich schon mal hier gewesen.Entlang der wild rauschenden Feldaist, führt mein Weg zum nächsten Cache. Bei einem Materl unter einer Weide versuchte ich mein nächstes Glück.Mein GPS führte mich zu einem Vermessungspunkt.

Ich suchte aber dann auch unterm Bankerl, hinterm Marterl und Baum, aber ... NIX
Was solls ... weiter gings zum Felsensteiner Kreuz ...
...einer großen Kapelle am Waldrand.

Dem 3er Weg folgend ging ich rauf nach Hochstraß. Vorbei am Maibaum und einem einsamen Steckerlfischbrater am Straßenrand zum nächsten Cache names "Rotes Moos". Mein Geko201 lotste mich direkt auf einen großen Betonschacht.Ich öffnete sogar einen kleinen Sickerschachtdeckel, bis die Hochlandrinder im Hintergrund laut zu brüllen begannen und mir das ganze zu blöd wurde.

Auf zum nächsten Ziel - dem Altaisterberg. Kein hoher Berg, dafür einer mit Geschichte.
Auf dem Altaistberg befand sich eine Burg, von der heute nur noch wenige Reste zu sehen sind.
Über den Untergang der Burg weiß man nichts, der Sage nach soll sie von Räubern zerstört worden sein. In der 2 Hälfte des 12. Jahrhunderts war die Burg Sitz des Ritters Dietmar von der Aist, eines der ersten Minnesängers des deutschen Sprachraums. Über ihn ist sehr wenig bekannt. Gestorben ist er um 1170. Die Burg verfiel immer mehr und wurde 1800 abgetragen. Als Minnesänger dichtete er wunderschöne Lieder, die von dem Frühling, der Liebe, Abschied und der Sehnsucht handelten. Dietmar war ein Revolutionär - einer der ersten Minnesänger, der in unterschiedlichen Strophenformen die Freuden der körperlichen Liebe andeutet. So endet denn auch sein Tagelied mit den berührenden Worten: "Wenne wilt du wider her zuo mir? Owe! Du vüerest mine fröide sant dir" (O weh! Du führst meine Freude mit dir").Das alles hab ich erst im Nachinein recherchiert.

Als ich dort aber herumspazierte, spürte ich förmlich diese Kraft, die dieser Ort noch heute ausstrahlt. Bei meiner Suche nach dem Cache "Felsenlabyrinth" half mir diese Kraft aber auch nicht. Wieder nichts ... ...außer einer schönen Aussicht.
Über Frensdorf ging ich zum letzten Cache beim Bahnübergang Doberhagen.
Geko201 sagte hier, mitten auf der Straße vorm Bahnübergang wäre der Cache. Na super, jetzt werd ich sicher den Gullydeckel aufmachen. Das wars, mir reichts - Geochaching ist super... aber wenn man nie was findet auch etwas frustrierend.

Weniger frustrierend, als vielmehr erfrischend und aufmunternd waren die wunderschönen Rapsfelden am Wegrand.
Der letzte Blick zurück zum Altaisterberg.Zum Abschluß gabs noch ein tröstendes Flascherl Bier und eine Brettljause in der Kriehmühle, ob meines erneuten Misserfolges in Sachen Geocaching.

Samstag, 3. Mai 2008

Trämpl (1424m) und Alpstein (1443m)

Während Gerlinde K. vorgestern ihren elften 8000er (Dhaulagiri) geschafft hat, bestieg ich heute zwei weitere 1400er.







Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.




Ich mag diese kleineren Bergal doch etwas lieber.




Man bekommt mehr Luft, weniger Frostbeulen und kann fast genauso stolz sein.




Kurz um - "olles is afoch a weng gmiadlicha".





Weniger gmiadlich ist der holprige Anfahrtsweg nach Bodinggraben, der ähnelt eher dem Karakorum Highway.




Die schönen Blicke seitwärts auf die sanften Hügeln und Almen lassen aber keinen Unmut aufkommen. Kurz vor 9 Uhr starte ich vom Bodinggraben aus meine Bergtour.
Unglaublich, aber gleich 3 Feuersalamander kreuzten meinen Weg.
Ohne eine längere Pause gemacht zu haben stehe ich schon nach 2 Stundenam Gipfel des Trämpl. Es ist grade mal 11 Uhr und ich bin Erstbesteiger des Tages.

Der Blick hinab zur Ebenforstalm.
Und der, zu meinem nächsten Ziel, dem Alpstein.
Südlich thront der Größtenberg
Nach einem erst noch problemlosen Verlauf am Bergrücken......wähle ich die Nordumwanderung des kleinen Kammes.
Hier lag leider noch viel Schnee, aber besorgt war ich eher aufgrund des Überhanges, der immer wieder lockere Steine abwarf.
Aber ich hatte Glück und meine Schädeldecke bekam nichts ab.
Am Luchsboden verlief ich mich kurzfristig und mußte den Gipfel von der anderen Seite erklimmen.Der letzte Aufschwung zum Gipfel war ganz schön ausgesetzt und nicht ungefährlich.
Gleichzeitig mit Elfi aus Bad Hall, die vom Normalweg heraufkam, erreiche ich den Gipfel des Alpsteins.
Schnell komme ich mit Elfi ins Gespräch und sie erzählt mir von ihren Bergelebnissen.
Unter anderem hat sie auch schon den Kilimanscharo bezwungen.
Alle Achtung.
Gemeinsam stiegen wir zur Ebenforstalm ab und querten die letzten Schneereste.
Auf der Alm wurde gerade hergerichtet.
Alles war wegen der Eröffnung ein wenig hektisch, aber Elfi bekam Kaffee und Kuchen und ich das erste Märzen im Mai.
Es saßen noch ca. 10 weitere Leute auf den Bänken und genossen die Sonnenstrahlen, die ab und zu mal durch die Wolken brachen.
Wir kamen dann auch noch mit einem jungen Pärchen ins Gespräch, sodaß die nächste Stunde wie im Flug verging.
Erst gegen 16 Uhr war ich wieder beim Auto.
Ein schöner Wandertag war das heute wieder.