Ich mußte raus.
Naja, wenigstens etwas Luft geschnappt, Füße vertreten und der Verwandtschaft entflohen.Zunächst wollte ich dem Irrsberg bei Straßwalchen einen Besuch abstatten.
Jener Berg, weit und breit sichtbar, stand mir fast allzeit vor Augen, allmählich ward mein Verlangen ungestüm und ich schritt zur Ausführung
Naja, wenigstens etwas Luft geschnappt, Füße vertreten und der Verwandtschaft entflohen.
Erst um 11:30 Uhr startete ich meine Wanderung beim Gasthaus Jagersimmerl, wo ausreichend Parkplätze vorhanden sind.
Ich wunderte mich über den gänzlich leeren Parkplatz.
Ein paar "Windwurfbäume" mußten umwandert werden.
Nach knapp 2 km wurde mir dann klar, warum ich bisher keiner Person begegnete.
Der Weg war eigentlich gesperrt.
Dann querte ich die Alm über einen Steg und erblickte 'gen Süden die mächtigen 2000er (11er &12er Kogel).
Vorbei am Gehöft Schwarzenbrunn, dahinter links das Spitzplaneck und rechts der Kasberg mit ihren schneebedeckten Gipfeln.
Auf einsamen Forstwegen stieg ich gemütlich höher.
Viel Zeit seine Gedanken kreisen zu lassen.
Der markante Fäustling(1919m) blickte immer wieder durch die Baumwipfeln herüber.
Ansonsten gab der Weg kaum einmal einen Blick ins Tote Gebirge frei.
Auf ca. 800 m Seehöhe verließ ich den Güterweg.
Hier im schattigen Sattel hat sich der Schnee noch gehalten.
Ich querte ein etwa 200 Meter langes, festgepresstes Schneeband problemlos (in Karte hellblau eingezeichnet).
Abstieg in den kalten Graben, wo man erneut auf einen Güterweg gelangt.
Auch hier liegt teilweise noch einiges an Schnee.
Die Sonne hat aber schon ziemlich Kraft und es ist frühlingshaft mild im kalten Graben.
Autsch - welche böse Frau war denn das schon wieder?
Einige "Cirren" sprich Federwolken begleiteten meinen Weg am Himmel.
Blick vom Auerbachtal in östliche Richtung zum Prielmassiv.
15min vorm Jagersimmerl begegnete ich der einzigen Person - einem Forstarbeiter.
Fad wird ihm dieses Jahr bestimmt nie sein.
Ein letzter Blick zum Kasberg
der kurz zuvor noch eine Art von "Heiligenschein" trug.
Nach 2,5 Stunden beendete ich die Umrundung des Wolfsberges.
Zum Greifen nah erscheinen sie hier im schönsten Talschluss von Oberösterreich, wie ich finde.
Eine Stunde lang wandert man 4 Kilometer auf einem nahezu ebenem Forstweg den beeindruckenden Riesen entgegen.
Das mächtige, weiß leuchtende Rotgschirr (2270m).
Im Schatten des Zwölferkogels (2099m).
Immer wieder waren Schneeverwehungen am Grat erkennbar.
Die schroffen Schärenberge im Vordergrund.
Der Mond überm westlichen Hochplattenkogel (2073m).
Es ist kein Landepunkt für Bergrettungshubschrauber, wie ich zunächst fälschlich angenommen habe, sondern es wurde von Künstler letzten Sommer im Rahmen eines Land-Art-Workshops „Kunst in und aus der Natur“ angelegt.
Erneut Federwolken. Diesesmal überm Zehnerkogel.
Der Grieskarsteig zieht sich bestimmt eindrucksvoll zwischen 11er- & 12er-Kogel hinauf zur noch schneebedeckten Grieskarscharte (Urbann-Band).
Im Sommer möchte ich hier einen der Steige zur Pühringerhütte raufgehen.
Werde mich diesbezüglich noch genauer erkundigen, ob diese Steige für einem gemütlichen Wanderer wie mich überhaupt "machbar" sind.
Immer wieder beeindruckende Schneeverwehungen, die plötzlich wie Geister überm Grat erschienen, waren zu beobachten.
Voller Demut richteten sich meine Blicke immer wieder ehrfürchtig hinauf.
Das Spiel von Licht und Schatten, Himmel und Erde und den mächtigen Bergen die auf mich (kleiner Ameise) herabblickten.
Heute wanderte ich 18 Kilometer fast ausschließlich auf Forstwegen.
"Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus."
Marie von Ebner-Eschenbach
"Freiheit ist draussen.""Alle Wünsche werden klein, gegen den, am Gipfel zu sein !"
"Manche Berge scheinen unüberwindlich, bis wir den ersten Schritt tun"
"Der Gipfel unseres Lebens ist dort, wo uns die Liebe Berge gibt"
"Die zur Wahrheit wandern, wandern allein"
"Neuland entdecken heißt, seinen Horizont erweitern""Es ist nicht wichtig wie viele Gipfel du besteigst oder wie hoch dein Berg ist, sondern ob du die Schönheit sehen kannst."
"Wo immer wir wandern, wirken Wunder" Andreas Tenzer
"Viel wandern macht bewandert" C.Morgenstern
"Die größte Offenbarung liegt in der Stille" Laotse